Funktionierst du noch - oder lebst du schon?
- 27. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Du hast dir das schon tausendmal erklärt.
Warum du das machst. Woher das kommt. Was das mit deiner Kindheit zu tun hat, mit deiner Mutter, mit diesem einen Sommer, in dem du gemerkt hast, dass es einfacher ist, wenn du dich ein bisschen kleiner machst.
Du weißt das alles.
Und trotzdem sitzt du wieder da.
Wieder in diesem Gespräch, in dem du nichts sagst.
Wieder nach diesem Abend, an dem du dich zusammengerissen hast.
Wieder mit diesem Gefühl, das du schon so gut kennst, dass du es kaum noch bemerkst:
Ich bin nicht wirklich hier.

Verstehen ist kein Fehler – aber es reicht nicht
Niemand sagt dir das gerne. Und ich sage es auch nicht, um dich zu entmutigen.
Aber es stimmt: Wer du geworden bist, hat sich nicht in deinem Kopf abgesetzt. Es hat sich in dir abgesetzt. In Momenten, die du vielleicht kaum noch erinnerst. Momente, in denen du gespürt hast – nicht gedacht, sondern gespürt –, dass es sicherer ist, weniger zu sein. Weniger laut. Weniger fordernd. Weniger sichtbar.
Das war damals keine schlechte Entscheidung. Das war klug.
Das Problem ist nur: Dein Körper hat sich das gemerkt. Und er wendet es weiter an, auch wenn die Situation längst eine andere ist. Auch wenn du heute weißt, dass du es nicht mehr brauchst.
Die Erschöpfung, die kaum jemand benennt
Es gibt eine Müdigkeit, die nicht davon kommt, zu wenig geschlafen zu haben.
Sie kommt davon, sich selbst jahrelang gut erklärt zu haben – und sich trotzdem nicht wirklich zu begegnen.
Du analysierst dich. Du verstehst dich. Du hast vielleicht sogar Therapie gemacht oder Bücher gelesen, die sich angefühlt haben, als würden sie direkt über dich schreiben.
Und dann kommt wieder dieser Abend. Dieses Gespräch. Dieses Gefühl.
Und du denkst: Ernsthaft? Schon wieder?
Das ist kein Rückfall. Das ist kein Zeichen, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es ist schlicht der Beweis, dass Verstehen und Verändern zwei verschiedene Dinge sind.
Was sich wirklich verändert – und wo
Ich erlebe das in meiner Arbeit regelmäßig. Frauen, die sich selbst sehr gut kennen. Die ihre Dynamiken benennen können, ihre Auslöser, ihre Schutzstrategien. Und die trotzdem feststecken.
Nicht weil sie zu wenig wissen.
Sondern weil das, was sie verändert werden soll, sich nicht durch Wissen verändert. Es verändert sich durch Erfahrung. Durch Momente, in denen etwas anders läuft als erwartet. In denen du etwas sagst, das wirklich von dir ist – und nichts Schlimmes passiert. In denen du merkst, dass du dich nicht aufgelöst hast, nur weil du diesmal nicht funktioniert hast.
Diese Momente kann man sich nicht herbeierklären.
Und sie entstehen fast nie allein.
Sie entstehen dort, wo wir in echtem Kontakt mit anderen sind. Wo wir gespiegelt werden. Wo wir merken, dass das Bild, das wir von uns haben, nicht die einzige Wahrheit ist.
Vielleicht ist das, was du brauchst, kein weiteres Erklären
Ich starte ab Herbst 2026 einen Gruppenprozess für junge Frauen, die sich in vielem wiederfinden, was ich hier geschrieben habe.
Keinen Kurs. Kein Programm, das verspricht, dich in sechs Wochen zu transformieren.
Sondern einen echten Prozess, in einer kleinen, festen Gruppe, über sechs Monate. Ein Rahmen, in dem du dich nicht erklären musst, um verstanden zu werden. Und in dem Veränderung nicht durch mehr Nachdenken entsteht, sondern dadurch, dass du anfängst, dich anders zu erleben.
Nicht perfekter. Nicht optimierter.
Sondern – vielleicht zum ersten Mal seit langer Zeit – ein bisschen mehr du.
Und vielleicht ist das dein nächster Schritt
Ab Herbst 2026 öffne ich einen Raum, in dem genau das möglich wird.
Ein Raum, in dem du dich nicht weiter analysieren musst, sondern beginnen darfst, dich anders zu erleben.
Nicht perfekt.
Nicht angepasst.
Bleibe #einzigartigunperfekt.
Deine Anja Praxenthaler




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